Endlich weniger Schmerzen!
Ein beispielhafter Fall der neurologischen Schmerztherapie
Michael K., 59 Jahre, von Beruf Meister in einem metallverarbeitenden Betrieb, litt schon länger unter wiederkehrenden Rückenschmerzen im unteren Bereich, die gelegentlich bis in die Beine ausstrahlten. Mit Krankengymnastik und Tabletten konnte er bisher die Schmerzen verbessern und eine Operation vermeiden. Doch dann wurden die Schmerzen ohne erkennbaren Grund schlimmer. Es entwickelten sich reißende Muskelschmerzen, die nun den gesamten Rücken, den Schulter-Nacken-Bereich, mit Ausstrahlung mal in die Arme, mal in die Beine, betrafen. Der Schmerz schränkte nicht nur die Bewegung ein, auch an Schlaf war nicht zu denken. Hausarzt und Orthopäde schlossen nach einer MRT-Untersuchung ein Bandscheibenvorfall sowie die degenerative Veränderung der Wirbelsäule als Schmerzursachen aus. Aufgrund der muskelkaterartigen Schmerzen lautete die erste Diagnose: muskuläres Überlastungssyndrom. Allerdings halfen die Schmerzmittel nicht. Auch Schonung, warme Bäder sowie Krankengymnastik brachten keine Linderung.
Michael K. entwickelte nach wenigen Wochen zunehmend psychische Symptome: ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Stimmungsveränderung, Antriebsarmut und Resignation. Er war nicht mehr arbeitsfähig. Seine scheinbare Depression wurde immer ausgeprägter. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe brachte keinen Erfolg. In diesem Zusammenhang fiel dem Hausarzt auf, dass der hohe Schmerzgrad untypisch für eine depressive Symptomatik war, daher veranlasste er die Überweisung zur Neurologie der Stiftung Tannenhof.
Hier fiel bei der körperlichen Untersuchung ein Druckschmerz der gesamten Muskulatur auf. Die Unterhaut war etwas teigig geschwollen, das Gesicht leicht gerötet. Die Schmerzen bei Michael K. waren so groß, dass er sich nur mühsam bewegen konnte.
Die elektrische Untersuchung von Nerven und Muskeln, Durchblutungsmessungen, ein EEG und eine neuropsychologische Testung sowie ein weiteres MRT blieben unauffällig. Allerdings gab es einen massiv erhöhten Entzündungswert, der die Verdachtsdiagnose einer Polymyalgia rheumatica nahelegte. Bei diesem Krankheitsbild kann es ohne erkennbaren Anlass zu einer schleichenden Entzündung der Gefäße, insbesondere der Muskeln, kommen.
Zur Akutbehandlung erhielt Michael K. intravenös hochdosiertes Kortison. Innerhalb von drei Tagen war er beschwerdefrei. Die vorher verordneten Antidepressiva sowie die Schlafmittel konnten wieder abgesetzt werden. Zusätzlich erfolgte Physiotherapie und in einer Gesprächstherapie wurde er wieder ermutigt für die Zukunft.
Nach wenigen Tagen konnte er wieder nach Hause - dank der übergreifenden guten Verknüpfung ambulanter und stationärer diagnostischer und therapeutischer Bemühungen. Für das Einregulieren seiner Kortison-Erhaltungstherapie mit einer möglichst niedrigen Dosis unter regelmäßigen Laborkontrollen wurde Michael K. ambulant betreut. Heute lebt er weiterhin schmerzfrei.

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