Evangelischen Stiftung Tannenhof | 09.07.2018

Volkskrankheit Demenz: Unterstützung von Betroffenden und Pflegenden

Alexandra Dicken, Leitung Gerontopsychiatrische Beratungsstelle

Wenn die Eltern oder der Partner wegen einer Demenzerkrankung hilfebedürftig werden, ist dies für alle eine schwierige Situation. Insbesondere Angehörige stellen sich viele Fragen: Auf welche Hilfe habe ich Anspruch? Welche Möglichkeiten der Betreuung gibt es? Die Gerontopsychiatrische Beratungsstelle der Evangelischen Stiftung Tannenhof setzt hier an.

 

„Dass es einen hohen Bedarf an Beratung bei Demenzerkrankungen gibt, sehe ich in meiner täglichen Arbeit“, erläutert Alexandra Dicken, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle. Die häufigste Frage lautet: Worauf muss ich mich einstellen? „Sobald die Diagnose Demenz festgestellt wird, befindet man sich in einem emotionalen Strudel“, weiß Dicken, die eine 20-jährige Berufserfahrung im Bereich von psychischen Erkrankungen vorweist. Dieses Gefühlschaos gilt es zunächst zu ordnen. Das betrifft sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen. Hilfe bietet hier die Gerontopsychiatrische Beratungsstelle.

 

Bei der kostenfreien Beratung geht es auf der einen Seite um ein generelles Verständnis für die Erkrankung. Auf der anderen Seiten aber auch um finanzielle Unterstützung oder die Pflegeversicherung. „Schon beim Verdacht einer Demenzerkrankung ist eine Erstberatung sinnvoll“, ergänzt Dicken. Die Beratungsstelle der Stiftung Tannenhof vermittelt auch Kontakte zu Angehörigengruppen oder Tagespflegen. Diese Angebote helfen Angehörigen, mit dem Alltag und der Pflege zurecht zu kommen. Der Austausch mit anderen Angehörigen sei genauso wichtig wie der Austausch mit Fachleuten. „Pflegende sind mit den Kräften schnell am Ende und fühlen sich ausgelaugt“, so Dicken. Daher sei es wichtig, sich – ohne schlechtes Gewissen – Auszeiten zu gönnen. Ich erlebe es immer wieder, dass Angehörige durch die enorme Belastung selbst psychisch krank werden.“ Daher sollten sie auf keinen Fall ihr eigenes Leben aufgeben, sondern Interessen und Freundschaften weiter pflegen.

 

Weitere Informationen zur Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle finden Sie hier: Beratungsstelle