Jesus Christus spricht:

Was ihr getan habt einem unter diesen meinen Geringsten, das habt ihr mir getan.

                                                      Matthäus 25, 40

(Leitwort der Evangelischen Stiftung Tannenhof seit 1896)

 

 

  1. Die Evangelische Stiftung Tannenhof ist eine diakonische Einrichtung, die in erster Linie dem Wohl psychiatrisch und neurologisch Kranker und seelisch Behinderter und den therapeutischen Erfordernissen dient.
  2. Sie unterstützt die Arbeit in Verkündigung und Seelsorge, die Diakonische Gemeinschaft sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  3. Von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter wird erwartet, dass sie das Leitbild akzeptieren, auch wenn sie eine andere religiöse oder kulturelle Herkunft haben.
  4. Die Evangelische Stiftung Tannenhof legt großen Wert auf ihre theologische und diakonische Tradition, durch die sie das Menschenbild maßgeblich in der christlich-jüdischen Überlieferung begründet sieht. Darin wird die Würde des Menschen und der Wert des Lebens nicht an sein Leistungsvermögen, seine Herkunft oder sein Alter gebunden.
  5. In der Kirche der Evangelischen Stiftung Tannenhof wird auf einem der Kirchenfenster Lukas 22, 27 zitiert: „Ich aber bin mitten unter euch wie ein Diener (Diakon).“ Damit fasst Jesus seinen Auftrag zusammen: Er lehrt und handelt; er predigt und heilt; er nimmt am Glück der Menschen teil und an ihrem Leiden. Es wird darin deutlich, was Diakonie meint: Diakonie und Kirche verstehen ihr Handeln als Antwort auf den Dienst Jesu Christi mitten unter den Menschen und als Versuch, ihre Nöte zu lindern und an ihrem Leid und ihrem Glück teilzunehmen.
  6. In der Evangelischen Stiftung Tannenhof sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sozialer Kompetenz und Professionalität in ihrem jeweiligen Fachgebiet tätig.
  7. Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit den jeweils anderen Berufsgruppen und Organisationseinheiten wird auf allen Ebenen erwartet und gefördert. Der Leitungsstil soll Kooperation, Eigenverantwortlichkeit und Selbstwertgefühl stärken.
  8. Das geschieht, indem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einander achten, unterschiedliche Meinungen gelten lassen, sich in wichtigen Fragen um Konsens bemühen und innovative Kräfte fördern. Dazu gehört des Weiteren die Bereitschaft, mit Schuldverflochtenheit und Versagen zu rechnen, mit Konflikten zu leben, Fehler einzugestehen, Gewalt zu vermeiden und Schuld zu vergeben.
  9. Ziel von Pflege und Behandlung ist es, Gesundheit zu fördern und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und würdige Bedingungen für die Zeit des Sterbens zu schaffen.
  10. Verantwortliche Arbeit bedeutet auch, dass der Dienst nicht zwanghaft ausgeübt wird und so die dem Evangelium gemäße Menschlichkeit gefährdet, die dem Kranken, sich selbst und dem Privatbereich gegenüber geboten ist.