Selbstverständnis der Diakonischen Gemeinschaft der Evangelischen Stiftung Tannenhof

 

Jesus Christus lädt uns als Schwestern und Brüder zu sich ein. Durch ihn werden wir erst eine Gemeinschaft. In seiner Nähe erfahren wir, Liebe, die uns trägt, Vergebung, die uns heilt, Zuspruch, der uns aufrichtet, Gemeinschaft, die uns stärkt, Verheißung, der wir vertrauen, Anspruch, der uns fordert.

Die Evangelische Stiftung Tannenhof ist der Ursprung und das Zentrum, der Ort an dem wir uns versammeln. Wir nehmen Teil an der Gestaltung des Diakonischen Auftrages der Evangelischen Stiftung Tannenhof und der Diakonie der Kirche.

Wir folgen mit anderen lernend, gebend und nehmend der Verheißung Jesu, wie sie die Evangelische Stiftung Tannenhof seit 1896 begleitet: „Was ihr einem diesen von meinen Geringsten getan habt, das habt Ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Unser Leben, unsere Gesundheit und unsere Gaben begreifen wir als Geschenk. Wir wollen sie einsetzen in unserer Gemeinschaft und unserer Arbeit. Wir wissen, dass jeder Mensch auch Zeit, Raum und Spiritualität für sich selbst braucht.

Da wir viele sind und ganz verschiedene Gaben haben, werden wir unterschiedliche Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit finden.

Durch Schwestern und Brüder wissen wir uns angenommen mit unseren Stärken und Schwächen und möchten auch andere annehmen und stützen. Das Anderssein der Geschwister bereichert uns. Deshalb können wir offen sein im Hören und Reden und uns gegenseitig einbringen mit unserer jeweiligen Individualität.

Wir sind offen für neue Mitglieder und freuen uns über eine wachsende Gemeinschaft.

Als Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft ermöglichen wir es, dass Schülerinnen und Schüler der Diakonenschule in unsere Gemeinschaft hineinfinden. Die Diakonenschule, ihre Inhalte und Strukturen, fördern wir ebenso, wie die diakonisch-theologische Bildung.

Manchmal belasten uns Spannungen, wir wollen sie aushalten und nach Lösungen suchen. Dazu gehört mit Versagen zu rechnen, mit Konflikten zu leben, Fehler einzugestehen und Schuld zu vergeben.

Wir wissen, dass wir durch das Gebet miteinander verbunden sind. Dadurch erfahren wir Kraft und Hilfe für unser Leben.

Wir wollen uns Nöten unserer Zeit in christlicher Verantwortung stellen, nach den Ursachen  fragen und sie beseitigen helfen. In solchem Tun begleiten wir Menschen, die sich in sozialer, leiblicher und seelischer Not befinden und fördern Projekte nach unseren Möglichkeiten. Wir wollen unsere Hilfe auf das Heil und Wohl der Menschen richten und Hoffnung stiften.

Achtung, Würde und Respekt vor dem Anderen sind Grundvoraussetzungen um Menschen zu einem möglichst selbst bestimmten Leben zu befähigen. Wir haben als Mitglieder der Gemeinschaft von einer Wirklichkeit zu berichten, die weiter reicht als die Gegenwart. Wir haben durch das Evangelium Worte, die tragen, auch dann, wenn menschliche Worte zu kurz greifen.

Mit unserem Tun wollen wir das Evangelium verkündigen, sein Wort drängt uns zum diakonischen Handeln.

 

Beschlossen auf den Konvent der Diakonischen Gemeinschaft der Evangelischen Stiftung Tannenhof am 7. November 2009.