Geschichte

Die Evangelische Stiftung Tannenhof wurde 1896 auf Anregung des Elberfelder Pfarrers und späteren Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Georg Wilhelm Hafner, durch den Provinzialausschuß für Innere Mission im Rheinland, das heutige Diakonische Werk, gegründet. Damals beschloß man, eine Evangelische Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke, die gleichzeitig „heilbare psychisch Kranke” aufnimmt, mit allen Mitteln zu fördern. So entstand eine moderne Klinik, die von Anfang an Männer und Frauen aller Konfessionen aufnahm.

Mutterhaus und Brüderhaus
Um die Versorgung durch Schwestern und Pfleger zu sichern, wurden ein Diakonissen-Mutterhaus, Kaiserswerther Tradition, und ein Brüderhaus mit Diakonenausbildung gegründet. Das die Arbeit der Einrichtung vom Umland, von der Kirche und den Patienten gut angenommen wurde, war dem Einsatz der ersten Leiter, Pfarrer Carl Steil (1896-1930) und Sanitätsrat Dr. Otto Beelitz (1896-1934), zu verdanken. So wurde der Tannenhof bereits im Jahre 1911 vom Diakonischen Werk in die rechtliche und finanzielle Selbständigkeit entlassen. Wie andere Krankenhäuser auch finanziert sich die Klinik seither durch die Pflegesätze. Den Grund und Boden und die bis dahin errichteten Gebäude stiftete der Provinzialausschuß für Innere Mission der Anstalt; daher der Name Stiftung Tannenhof.

Kirchengemeinde
Im Jahre 1912 wurden der Stiftung Tannenhof die Rechte einer Kirchengemeinde verliehen. 1933 – 1945
Die Stiftung Tannenhof war auch von der Anordnung zur Tötung lebensunwerten Lebens betroffen. Dank der hinhaltenden Taktik von Pfarrer Fritsch (1937-1956) und Dr. Philipps (1934-1966) gelang es, die vom Staat angeordneten Patiententransporte so lange hinauszuzögern, bis diese verbrecherische Maßnahme aufgrund des Widerstandes in der Bevölkerung zurückgenommen wurde. Nicht alle, aber die meisten dieser Patientinnen und Patienten wurden so vor der Verlegung in Tötungseinrichtungen bewahrt. Da der II. Weltkrieg keine Zerstörungen an den Gebäuden hinterließ, bot die Stiftung Tannenhof vielen Zuflucht. Gemeindegruppen, die Kirchenleitung und Kirchenmusiker hielte hier ihre Zusammenkünfte ab. Die unzerstörten Gebäude erwiesen sich aber bald als Nachteil, da die Anlagen sehr veraltet waren und die Einrichtung nicht mehr einem modernen Krankenhaus entsprach. Zielplanung
Ende der Fünfziger Jahre wurde eine weitreichende Zielplanung entwickelt, die durch den damaligen Verwaltungsleiter, Dipl.-Ing. Ernst-Günther Bosse, angestoßen und Ende der achtziger Jahre vollendet wurde.

Strukturelle Entwicklung 60er / 70er Jahre
Mit Prof. Dr. Gerhard Irle (1966 - 1987) entwickelte sich die Stiftung Tannenhof nach der Psychiatrie-Enquete im Jahre 1975 zu einer modernen, sozialpsychiatrisch ausgerichteten Klinik.

Regionalisierung
Sie war die erste private Klinik in Deutschland, die dem Konzept der gemeindenahen Versorgung durch konsequente Regionalisierung Rechnung trug, indem sie den Versorgungsauftrag für die Städte Remscheid und Wuppertal übernahm. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, wurden Umstrukturierungs- und Baumaßnahmen erforderlich, die besonders durch den Verwaltungsdirektor Dipl.-Kfm. Paul Muckel (1970 – 1997) und den langjährigen Pflegedienstleiter, Diakon Wilhelm Schürmann (1970 – 2001) gefördert wurden.