"Ein kleiner Schritt in der Geschichte der Architektur, ein großer für die Stiftung Tannenhof" - stellvertretend für die gesamte Stiftung freuen sich über die Schlüsselübergabe (v.l.n.r): Uwe Leicht (Geistlicher Vorsteher), Assessor Gernot Tödt (Vorsitzender des Kuratoriums), Dietmar Volk (Kaufmännischer Direktor), Karsten Fricke (Das Architekturbüro) und Prof. Dr. Klaus Windgassen (Medizinischer Direktor).

Feierliche Eröffnung des neuen Stationsgebäudes:
ein Meilenstein für die Stiftung Tannenhof

Moderne Medizin braucht neuen Raum – mit dem im Rahmen eines feierlichen Festaktes eröffneten Neubau des Jochen-Klepper-Hauses hat die Evangelische Stiftung Tannenhof diesen geschaffen. Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW) überbrachte Grüße und Glückwünsche aus Düsseldorf: "Alles Gute den Mitarbeitern, alles Gute den Patienten, dass sie sich in dem neuen Haus gut aufgehoben fühlen!" 33 Prozent der Bevölkerung seien von psychischen Erkrankungen betroffen, Männer wie Frauen, zunehmend auch Kinder: „Damit müssen wir uns in der Gesellschaft intensiv befassen“, so Staatssekretärin Hoffmann-Badache, „das Ministerium steht Ihnen bei Ihrer Arbeit zur Seite.“

Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache: „Das Ministerium steht Ihnen bei Ihrer Arbeit zur Seite.“

Den durchaus steinigen Weg von der Planung bis zur Eröffnung des neuen Stationsgebäudes hatte zuvor Assessor Gernot Tödt, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Tannenhof, skizziert: „Er war nicht einfach, manchmal holprig und nahm unerwartete Wendungen.“ Nicht nur mit langen Monaten des Frostes habe man zu kämpfen gehabt, mit Starkregen und den Folgen eines „Großwettereignisses“, sondern auch mit unsachgemäß ausgeführten Arbeiten und vielerlei juristischen Streitigkeiten – die um sechs Monate verzögerte Eröffnung sei also, gemessen an anderen deutschen Bauprojekten, eine vorzeigbare Leistung. Überdies sei der gesamte Kraftakt des Neubaus nicht nur ohne Unfall, sondern auch bei laufendem Klinikbetrieb bewältigt worden.

Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz: „Gratuliere, das Haus ist wirklich schön geworden!“

Remscheids Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz gratulierte ebenfalls zum Neubau und überbrachte Grüße der Oberbürgermeisterin. Die Stiftung Tannenhof sei fest integrierter und verankerter Bestandteil der Stadt. Psychische Erkrankungen könnten jeden treffen, unterstrich Burkhard Mast-Weisz; es sei wichtig, offen darüber zu reden wie über andere Krankheiten auch und damit den Weg zur Enttabuisierung weiter zu beschreiten.
Das neue Stationsgebäude – investiert wurden rund 11,7 Millionen Euro – stellt die optimale Versorgung für 63 Patientinnen und Patienten sicher, die in einer akuten Krise intensiver Behandlung bedürfen. Es beherbergt zum einen eine Vielzahl komfortabler Zweibettzimmer, zum anderen drei allgemeinpsychiatrische Stationen, Behandlungs- und Therapieräume sowie ein lichtdurchflutetes Foyer.

Bestes Wetter am Tag des feierlichen Festaktes bewies an Ort und Stelle, wie lichtdurchflutet das neue Foyer tatsächlich ist.

Die Ansiedlung der zentralen Notaufnahme im Erdgeschoss sorgt künftig für kurze Wege und reibungslose Abläufe; ein wichtiger Faktor, um Patientinnen und Patienten zusätzlichen Stress bei der Aufnahme zu ersparen. „Die Aufnahme im Krankenhaus ist für viele mit Unsicherheit und Ängsten behaftet“, erläuterte Prof. Dr. Klaus Windgassen, Medizinischer Direktor der Stiftung Tannenhof, „alles ist also übersichtlich und überschaubar gestaltet worden, um Orientierungshilfe zu geben und vor Reizüberflutung zu schützen.“

Prof. Dr. Klaus Windgassen: „Die übersichtliche Gestaltung gibt Orientierungshilfe.“

Therapieangebote befinden sich ebenso wie die Sporttherapie direkt im Haus. Dazu gibt es ein kindgerecht ausgestattetes Besucherzimmer, in dem Familien ungestört Zeit miteinander verbringen können. „Psychisch schwerkranken Menschen eine dem modernen Krankenhausstandard entsprechend ausgestattete Station zur Verfügung zu stellen, ist zwar therapeutisch hilfreich, aber eine humanitäre Selbstverständlichkeit“, hielt Prof. Windgassen fest.

Pfarrer Uwe Leicht: „Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der Geschichte der Stiftung, Schlusspunkt aber nur für diesen Bau.“

Zum Abschluss der dreijährigen Bauzeit – insgesamt waren es 821 teils nervenaufreibende Tage – nahm Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor der Stiftung, aus der Hand von Karsten Fricke („Das Architekturbüro“ in Hildesheim) den symbolischen Schlüssel entgegen. Die Fertigstellung des neuen Stationsgebäudes sei ein kleiner Schritt in der Geschichte der Architektur, jedoch ein großer Schritt für die Stiftung Tannenhof. Auch Pfarrer Uwe Leicht, der Geistliche Vorsteher der Stiftung, zeigte seine Freude über das Erreichte: „Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der Geschichte der Stiftung Tannenhof, Schlusspunkt aber nur für diesen Bau.“ Noch 2014 sollen die ehemaligen RGA-Gebäude in Remscheid in Betrieb genommen werden, auch die Grundsteinlegung für den Neubau in Wuppertal ist dieses Jahr geplant.